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Historisches Ereignis für Lübeck und ganz Norddeutschland

LÜBECKER MÄRTYRER

Die vier Lübecker Geistlichen, Märtyrer für den Glauben

Abbildungen oben links Hermann Lange

oben rechts: Eduard Müller; unten links: Johannes Prassek

unten rechts: Karl Friedrich Stellbrink

Die Lübecker Märtyrer               -—-

Kaplan Johannes Prassek wurde am 13, August 1911 in Hamburg-Barmbek geboren. Die Priesterweihe empfing er am 13. März 1937 im Dom zu Osnabrück.

Vikar Hermann Lange wurde am 16. April 1912 in Leer geboren. Die Priesterweihe empfing er am 17. Dezember 1938 im Dom zu Osnabrück.

Adjunkt Eduard Müller wurde am 20. August 1911 in Neumünster geboren. Die Priesterweihe empfing er am 25. Juli 1940 im Dom zu Osnabrück.

Pastor Karl Friedrich Stellbrink wurde am 28. Oktober 1894 in Münster geboren. Ordiniert wurde er am 16. März 1921 in Wftten/Ruhr.

Am 10. November 1943 wurden die vier Geistlichen in Hamburg hingerichtet.

In ökumenischem Geist hatten sie sich gegen die Lüge gewandt und für die Wahrheit eingesetzt Sie hatten das Unmenschliche des nationalsozialistischen Regimes beim Namen genannt und dafür gesorgt, dass auch andere Menschen in ihrer Umgebung das Unrecht wahrnahmen. Ihr Glaube hatte für sie unmit­telbare praktische und politische Relevanz. 


Gebet

Gütiger Gott, zu allen Zeiten rufst du aus unserer Mitte Menschen, die sich ganz durch dein Wort prägen lassen und deren Leben ein bewegendes Zeugnis deiner Barmherzigkeit ist.

Wir danken dir für den Glauben deiner Diener Johannes Prassek, Hermann Lange und Eduard Müller. Gemeinsam mit Karl Friedrich Stellbrink erwiesen sie dir unter der Schreckensherrschaft der Nationalsozia­listen unerschrocken die Treue. Für ihre Liebe zu dir und zu den Menschen gingen sie in den Tod.

Wir bitten dich, lass uns stets für das Leben dieser Männer dankbar sein: für ihren starken Glauben, ihre unbezwungene Hoffnung, ihre große Liebe. Gib uns die Kraft deines Geistes und lass uns teilhaben an ihrer Wahrhaftigkeit.

Dir sei ewig Lob und Dank durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen

14.7.11 20:55


Erinnerungen

                                 Hallo Freunde,

                                ich bin wieder da!!

eigentlich sollte diese Seite die schönste von allen werden, denn die Schul-und Jugendzeit mit ihren Unbekümmertheiten ist doch die herrlichste Zeit des Lebens. So war es jedenfalls in den ersten Jahren meiner Schulzeit. Zwar mußte bald anstatt des Morgengebetes in der Schule ein kräftiges “Heil Hitler” gerufen werden. Für unsere Eltern war das total unverständlich, denn von dem neuen Geist, der immer mehr das öffentliche Leben prägte, waren sie überhaupt nicht begeistert. Das kam wohl vor allem daher, das die Vorgaben der Partei immer mehr in die privaten Angelegenheiten der Bevölkerung eingriffen. In meinen Erinnerungen weiß ich noch ganz genau von dem schwarzen Kasten, der an der Mauer der Sparkasse angebracht worden war. Als Überschrift prangte da der Schriftzug: “Der Stürmer”.In diesen Kasten wurden alle Personen genannt, die mit Juden gehandelt hatten. Es war eine öffentliche Diffamierung von unbescholtenen Bürgern. In meinen Erinnerungen weiß ich, wie sehr mein Vater und vor allem mein Großvater gegen diese Herrschaft der Partei waren. Als Kinder merkten wir wohl die Veränderungen, die Vorsicht und auch die Angst der Großen. Worte wie Konzentrationslager machten die Runde, obwohl keiner so richtig wußte, was das eigentlich war.

So ging es langsam zum 1. September 1939. Es war an einem Morgen, ich stand mit mehreren Jungen an der Haltestelle des Milchwagens, der die Milch zur Molkerei brachte. Alle älteren Leute waren sehr aufgeregt, denn ein Krieg hatte begonnen. Als elfjähriger Junge nahm ich schon die Veränderungen und Ängste der Erwachsenen sehr wahr. An den Morgen erinnere ich mich heute noch ganz genau! Für uns ging aber der Schulbetrieb weiter. So schickten mich meine Eltern bald zur Mittelschule nach Twistringen, wo man - wie es damals hieß - das “Einjährige” - heute sagen wir, die mittlere Reife erwerben konnte. Mit dem Ende meiner Schulpflicht verließ ich aber die Schule, denn ich wollte unbedingt Bauer werden. Daher mußte ich dann einmal wöchentlich die landw. Abendschule besuchen. Der Rektor wurde damals von der Partei unter Druck gesetzt, Schüler zu melden, die geeignet erschienen, ein sog. Langemarck Studium zu absolvieren. In diesem Studium sollten junge Leute herangezogen werden, die später die besiegten Ostgebiete besiedeln und bewirtschaften sollten. Mein Vater war total dagegen. Nach Beratungen mit vertrauten Personen sollte ich wieder schulpflichtig gestellt werden. Nach Vorbereitungen durch eine Frau, deren Mann im KZ Esterwegen inhaftiert war, kam ich in die Klasse eines Gymnasiums in Papenburg/Ems. Ich habe das damals so über mich ergehen lassen, weil für meinen Vater nur diese eine Option galt. Auf dem Gymnasium war ich, bis ich im Februar 1945 noch zum damaligen Reichsarbeitsdienst eingezogen wurde. Nach kurzer Ausbildung wurden wir in Marsch gesetzt Richtung Berlin. Nur ein Glück, das wir diese Stadt erst garnicht erreichten, denn dazwischen kam schon die Kapitulation der Wehrmacht und damit das Ende des Krieges. Nach zweimonatiger englischer Gefangenschaft in Hamburg erreichte ich am 28. Juni 1945 wieder mein Elternhaus. Die Gymnasialzeit in Papenburg  war eine schöne und unbeschwerte Zeit, denn das Lernen fiel mir nicht schwer und die Papenburger Mädchen blieben einem 14 -15jährigen nicht gleichgültig. Aber es war ja Krieg und so mußte auch ich mit meinen Klassenkameraden als Flakhelfer an den Emsschleusen Dienst tun, um die Anlagen vor feindlichen Fliegerangriffen zu schützen. Hier bekam ich zum erstenmal Kontakt mit KZ-Häftlingen aus Esterwegen, die für Arbeiten an den Flakanlagen eingesetzt wurden. Wenn Dienstbeginn war, steckten viele von uns die Hosentaschen voll Brot und gaben sie den hungenden Gefangenen. Gott sei Dank hatten wir einen älteren verständnisvollen Ausbilder, der das zwar sah, aber nichts dazu sagte sondern uns ermunterte, den Gefangenen so zu helfen, daß es niemand bemerkte.

Demnächst geht’s weiter!

18.6.11 16:55


Storm Theodor

Hallo Freunde, wir haben hier 30° im Schatten. Dabei fällt mir folgendes Gedicht von Th. Storm ein. 

Abseits

Es ist so still; die Heide liegt
Im warmen Mittagssonnenstrahle,
Ein rosenroter Schimmer fliegt
Um ihre alten Gräbermale;
Die Kräuter blühn; der Heideduft
Steigt in die blaue Sommerluft.

Laufkäfer hasten durch's Gesträuch
In ihren goldnen Panzerröckchen,
Die Bienen hängen Zweig um Zweig
Sich an der Edelheide Glöckchen;
Die Vögel schwirren aus dem Kraut -
Die Luft ist voller Lerchenlaut.

Ein halbverfallen' niedrig' Haus
Steht einsam hier und sennbeschienen
Der Kätner lehnt zur Tür hinaus,
Behaglich blinzelnd nach den Bienen;
Sein Junge auf dem Stein davor
Schnitzt Pfeifen sich aus Kälberrohr.

Kaum zittert durch die Mittagsruh
Ein Schlag der Dorfuhr, der entfernten
Dem Alten fällt die Wimper zu,
Er träumt von seinen Honigernten.
— Kein Klang der aufgeregten Zeit
Drang noch in diese Einsamkeit.

6.6.11 17:02





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